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Lerne dich kennen – in 10 Tagen Vipassana-Meditation

Willst du deine Meditation auf das nächste Level heben und in einem 10-Tages-Kurs meditieren lernen? Dann ist ein Vipassana-Meditations-Kurs nach S.N. Goenka wahrscheinlich das richtige für dich.

Denn auch wenn es beim Meditieren keine „Levels“ gibt wirst du von einem Kurs profitieren und dich selbst besser kennen lernen.

Was ist Vipassana-Meditation?

Vipassana-Meditation ist wie jede andere Meditation auch ein Training für deinen Geist. Im Unterschied zu anderen Meditations-Techniken wird der Geist aber nicht nur beruhigt indem du versuchst an „nichts“ zu denken (was nicht möglich ist) oder indem du dich auf ein Objekt fokussierst (zB. eine Kerze, ein Mantra oder ähnliches), sondern du reinigst und trainierst deinen Geist von innen.

Das klingt jetzt sehr abstrakt und esoterisch – aber stell dir vor du reißt in deiner Wohnung eine Wand nieder und der Staub liegt so richtig in der Luft. Dichter Staub. Was ist jetzt die Methode, die effektiver ist – einfach nur stehen zu bleiben und warten, bis der Staub sich legt oder den Staub auch aus der Wohnung zu befördern? Und genau so funktioniert Vipassana – du lässt den Staub in deinem Hirn nicht nur zum Grund sinken, sondern du beförderst ihn effektiv nach draußen.

Die Technik dafür ist relativ simpel und kann von jedem ausgeführt werden. In meinem 10-Tage-Kurs waren junge Studenten wie auch Pensionisten, komplette Anfänger wie auch Meditations-Erfahrene, die bereits ihren 6. Kurs belegt haben. Vipassana ist nicht religiös, absolut undogmatisch und für jeden geeignet, der bereit ist an sich selbst zu arbeiten. Alles, was du tun musst ist dir für 10 Tage Zeit nehmen und dich in einen der kostenlosen Kurse setzen.

Bist du bereit, dich auf dich selbst einzulassen?

Was bringt dir Vipassana-Meditation?

Die Erlebnisse in einem 10-Tages-Kurs wie auch in der Meditation generell sind für jeden sehr sehr unterschiedlich, daher sind die „Ergebnisse“ auch sehr persönlich. Was dir aber auf jeden Fall passieren wird ist folgendes:

  • dein Geist wird ruhig werden, nicht mehr so oft abspringen und sich in Geschichten verstricken. Du kennst diese Geschichten, die aus der Vergangenheit („Hätte ich damals doch nur…“) oder aus der Zukunft („Bald werde ich die Welt beherrschen…“). Du wirst weniger in Geschichten hängen sondern fokussiert bleiben.
  • dein Fokus wird klar und scharf. Und glaube mir, dein Fokus ist sehr, sehr mächtig und kraftvoll. Du wirst dich sehr lange auf eine Sache konzentrieren können, diese beobachten und nicht bewerten. Und damit mehr im Hier und Jetzt sein.
  • du wirst deinen Körper spüren lernen. Vielleicht anfangs recht grob durch Schmerz durch’s Sitzen, aber später wirst du auch die sehr feinen Empfindungen deines Körpers kennen lernen. Und dieses spüren hat positive Auswirkungen auf deinen Alltag.

In der Meditation trainierst du also dein Hirn, den Muskel der jeden Tag am meisten im Einsatz ist und der allzu oft unbewusst eingesetzt wird. Vipassana nach S.N. Goenka ist eine Methode um diesen Muskel zu trainieren, stärker zu machen und dadurch fokussierter im Alltag zu sein. Bizeps ist nun mal nicht alles.

Wie läuft ein Vipassana-Kurs ab?

Wenn du dich zur Teilnahme an einem Kurs entschließt wirst du im Kurszentrum all deine persönlichen Gegenstände abgeben. Bücher, Schreibzeug, Computer, Handy usw. haben alle keinen Nutzen und lenken dich nur von deiner Aufgabe ab. Du wirst außerdem auch keine Zeit haben, dich damit zu beschäftigen, weil du über 10 Stunden am Tag auf einem Kissen sitzen und meditieren wirst.

Das klingt jetzt schlimmer als es ist. Ok, ich gebe zu, es ist schlimm ;)

Wobei – du darfst dich natürlich bewegen und deine Position verändern und musst nicht 10 Stunden am Stück ruhig sitzen. Meditieren heißt nämlich nicht notwendigerweise „still sitzen“ und „nichts tun“, sondern konzentriert mit deinem Geist arbeiten. Es gibt genügend Pausen und Zeit um im Freigelände spazieren zu gehen.

Was dir vielleicht anfangs anstrengender vorkommt ist die „Edle Stille“. Schweigen. Ja, genau, 9 Tage lang nichts reden. Und auch sonst keine Kommunikation – daher auch keine Handies und kein Internet. Auch am Abend und in den Pausen nicht. Interessanterweise finden das alle, denen ich davon erzähle, immer „anstrengender“ und „aufregender“ als das Sitzen auf dem Kissen. In Wahrheit ist es genau umgekehrt – die fehlende Kommunikation erleichtert es dir ungemein, dich auf dich selbst, deinen Körper und deine Empfindungen zu konzentrieren. Reden würde dich nur ablenken.

Aus meiner Erfahrung ist die Stille in den ersten beiden Tage „komisch“ und ungewohnt, aber dann hast du dich daran gewöhnt und wirst es genießen. Genauso verhält es sich auch mit dem Sitzen – anfangs war es für mich sehr anstrengend mich für 1-2 Stunden zu konzentrieren, die Knie und der Rücken haben geschmerzt, ich wollte schreien und davon laufen. Aber es wird jeden Tag besser und gegen Ende des Kurses ist es „nur mehr eine Stunde“ und überhaupt kein Problem. Wobei das meine Erfahrung ist – für dich kann es anders sein.

Was musst du sonst noch wissen?

Vipassana kostet nur 10 Tage deiner Zeit. Ja, die 10 Tage Kurs, Unterkunft, Verpflegung und Betreuung sind kostenlos. Du kannst am Ende des Kurses wenn du willst eine freiwillige Spende abgeben – diese ermöglicht es anderen Menschen einen kostenlosen Kurs zu besuchen, so wie es dir durch andere Spenden ermöglicht wurde, dich auf das Abenteuer Meditation einzulassen.

Wenn du dich in Vipassana einlesen willst, kann ich dir die folgenden Bücher empfehlen:

Die Kunst des Lebens - Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka - William Hart

Die Kunst des Lebens: Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka

von William Hart

Dieses Buch beschreibt die Theorie hinter der Vipassana-Meditation, wie sie von S.N. Goenka gelehrt wird. Es geht ohne Umschweife sehr in die Tiefe und beschreibt warum Vipassana funktioniert und so effektiv ist – es wird dir auch helfen, die täglichen Vorträge im Kurs besser zu verstehen.

Triffst du Buddha, töte ihn! - Andreas Altmann

Triffst du Buddha, töte ihn!

von Andreas Altmann

Andreas Altmann beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen mit Indien und mit Vipassana-Meditation. Dies ist nicht nur für Indien-Reisende sehr lesenswert sondern es beschreibt auch den täglichen Ablauf des Kurses sowie die Gedanken die kommen könnten. Unterhaltsam, mit wahrem Kern und daher ein guter Ausgleich zur Theorie von William Hart.


Weitere Informationen zu Vipassana und den Kursen findest du auf der offiziellen Website http://www.austria.dhamma.org/

Was ich noch sagen wollte

Meditation generell und Vipsassana im speziellen hat enorm viele Vorteile und Auswirkungen auf deinen Alltag. Ich kann dir nur empfehlen deine Zeit in einen 10-Tages-Kurs zu investieren um die Technik wirklich zu lernen und die Erfahrung von tiefer Meditation zu machen. Aber Achtung – du musst es wirklich wollen.

Die 10 Tage sind kein Urlaub!

Ich persönlich fand die 10 Tage sehr lange, sehr anstrengend, würde aber sofort wieder einen Kurs machen. Weil ich noch nie so gut gespürt habe, weil mein Geist so frei und leer war und die Auswirkungen von den 10 Tagen (und der regelmäßigen Meditation danach) einfach nur positiv sind. Daher empfehle ich dir, dich auf das Abenteuer Vipassana, auf das Abenteuer „Selbst“ einzulassen und dich von Innen kennen zu lernen.

Wenn du noch Fragen zu Vipassana oder Meditation hast freue ich mich auf deinen Kommentar!

Schau auf dich!

Michael

PS: du findest hier 11 Tipps um deine 10 Tage Meditation zu erleichtern.

Photo: Moyan Brenn on Flickr

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Michael,

    sehr toller Beitrag. Vielen Dank auch für die Buchtipps hier, die werde ich mir direkt einmal anschauen.
    Sehr toller Blog!

    Judith

    Antworten

  2. Hey Michael,

    danke für deine Kommentare auf meine Artikel. :)
    Deine Erfahrungen hast du wirklich sehr ausführlich und einladend beschrieben. Ich habe bis jetzt an keinem 10 tägigen Vipassana-Retreat teilgenommen. Aber ich habe schon Schweigetage im Ashram gemacht. Das war eine sehr erhebende Erfahrung und dann doch leichter, als ich dachte. Mal sehen, vielleicht werde ich demnächst mal wieder einen solchen Tag einlegen. Es lohnt sich definitiv!

    Alles Liebe
    Maria Ma

    Antworten

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