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13 Tipps, welche deine 10 Tage Meditation erleichtern werden

Gratulation! Du hast dich also entschieden an einer 10 tägigen Vipassana Meditation nach S.N. Goenka teilzunehmen. Oder du spielst ernsthaft mit dem Gedanken, was genau so genial ist. Genial weil du dort eine spannende, wunderbare Zeit haben und neue Seiten an dir kennen lernen wirst.
Gratulation zu diesem Schritt!

Trotzdem kann ich sehr gut verstehen, dass du Vorbehalte und Ängste hast für 10 Tage zu meditieren. Daher möchte ich dir in diesem Artikel ein paar praktische Tipps für deine 10 Tage mit auf den Weg geben. Tipps, die ich entweder selbst bekommen habe oder gerne gehabt hätte.

Los geht’s.

1.) Übe zu sitzen

Hiermit meine ich nicht unbedingt meditieren. In meinem Kurs waren Leute, die noch nie in ihrem Leben meditiert haben. (Respekt!). Was ich hier meine ist dich in der Zeit vor dem Vipassana-Kurs viel auf einem Kissen auf dem Boden aufzuhalten. Zum Beispiel beim Fernsehen, in der Diskussion mit deinem Partner oder auch beim Essen. Verlagere so viel sitzende Tätigkeit wie möglich auf den Boden und auf ein Kissen.

Nur so kann sich dein Körper langsam an die neue, ungewohnte Körperposition gewöhnen.

2.) Praktiziere Yin-Yoga

Während dem Kurs war ich über jede Sekunde die ich Yin-Yoga praktizierte dankbar. Falls du Yin-Yoga nicht kennst – es sind im Grund lange gehaltene Dehnungen im Sitzen oder Liegen. Dabei werden deine Faszien, Bänder und Sehnen gedehnt. Und genau das hilft dir lange und ausdauernd auf dem Kissen zu sitzen.

Außerdem übst du im Yin-Yoga schon viele Fähigkeiten die du in der Meditation brauchen wirst – wie Ruhe, Fokus auf den Atem, Annehmen von Schmerz und einfach einmal still zu sein.

3.) Bremse dich vor dem Kurs ein

Die Woche vor deinem Vipassana-Kurs sollte schon ein wenig ruhiger verlaufen. Sonst krachst du mit 200km/h aus dem Büroalltag mit Stress, Hektik, Telefonaten und Projektterminen in eine Wand aus Ruhe und Stille… ist nicht so toll.

Daher plane deine Woche vor dem Kurs entsprechend mit weniger Terminen, mehr Zeit für dich, keinen wichtigen Projekten. Diese Vorbereitung wird sich mit einem schnelleren und einfacheren Einstieg in die Meditation bezahlt machen.

4.) Wähle die richtige Mode

Ja, auch wenn du mit geschlossenen Augen in einem abgedunkeltem Raum sitzt und das andere Geschlecht getrennt von dir meditiert ist die Mode wichtig. Nicht um gut auszusehen (das tust du sowieso!), sondern um es dir und den anderen nicht unnötig schwer zu machen.

Achte bei der Auswahl deiner Kleidung darauf, dass sie bequem ist. Ja, du darfst 10 Tage im Schlabberlook herumlaufen, der Look kann und darf Out-of-Bed sein. Erlaubt ist was bequem ist und die anderen nicht ablenkt.

Auch wichtig bei der Auswahl der Kleidung: achte darauf, dass sie “leise” ist. Also keine “raschelden” Materialien sondern Baumwolle… es wird dir so schon vorkommen, dass jede Bewegung extrem laut ist und das willst du nicht verstärken. Denk einfach an den typischen Schlafsack im Jugendlager – der macht einfach zu viel Lärm.

Das selbe trifft übrigens je nach Location auch auf die Hausschuhe zu… Holzpantoffeln + Fliesenboden vertragen sich nicht so gut mit ruhiger Meditation.

5.) Schau den anderen auf die Schuhe

Wo wir schon bei den Hausschuhen sind – du bist es wahrscheinlich gewohnt anderen aus Höflichkeit in die Augen zu sehen. Vergiss diese Höflichkeit für die 10 Tage des Vipassana-Kurses und schau den anderen konsequent auf die Schlapfen. Ja, es ist nicht so leicht die alten Muster loszuwerden und du wirst dich ertappen andere anzusehen, wenn sie dir am Gang entgegenkommen. Aber es hilft dir und den anderen ungemein, wenn du dich einfach auf die Schuhe konzentrierst und daher keinerlei Beziehung zu den anderen aufbaust.

6.) Schlafe viel

Ein wertvoller Tipp den ich anfangs bekommen habe ist es in den ersten Tagen so viel wie möglich zu schlafen. Auch wenn du den ganzen Tag “nichts” tust (zumindest äußerlich) ist Vipassana sehr sehr anstrengend. Nutze daher die Zeit nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen um dich ins Bett zu legen und zu entspannen.

Wenn du nach ein paar Tagen das Gefühl hast den Schlaf nicht mehr zu brauchen, dann höre auf deinen Körper und mach es auch nicht mehr. Aber gerade am Anfang hilft es dir während der Meditation wach zu bleiben.

7.) Packe einen Tennisball ein

Beim ersten Kurs habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als einen Tennisball. Um an genau den einen Punkt am Rücken zu kommen. Beim zweiten Kurs habe ich daran gedacht, und der Tennisball war Gold wert! Also schau dir vorher die Übungen mit dem Tennisball an und pack einen Tennisball ein. Du wirst ihn brauchen, nicht nur für den Rücken!

8.) Individualisiere deine Thermoskanne

Ich bin ja gegen Zeug und für Zeit, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme :-)

Besorg dir entweder eine individuelle, bunte Thermoskanne, oder klebe einen Sticker auf deine silberne „Standard-Kanne“. Oder hau sie runter, damit sie eine Beule hat, an der du sie erkennst. Warum? Weil von 70 Teilnehmern ungefähr 15 die selbe silberne 1-Liter-Thermoskanne haben. Ja, es ist in allen nur Tee drinnen, aber wenn dann 15 Thermoskannen nebeneinander stehen, welche ist dann deine?

Ja, nur eine Kleinigkeit, aber sie macht es leichter, dich nicht ablenken zu lassen….

9.) Halte dich an die Regeln

Die Regeln kommen schon bei der Anmeldung… ja, du wirst dein Handy wirklich abgeben, wie auch alle anderen elektronischen Gadgets. Nein, kein Buch, kein Schreibzeug und kein Tablet. Und es macht absolut Sinn dich darauf einzulassen und die Regeln zu befolgen.

Zusätzlich kommen weitere Regeln, die den (kommunikationslosen) Umgang miteinander erleichtern dazu. Nur so kann sichergestellt sein, dass du dich zu 100% auf dich konzentrieren kannst und maximal von der Meditation profitierst.

Also in deinem eigenen Sinn lass dich auf die Regeln ein, auch wenn sich der Sinn von allem nicht gleich erschließt. Es haben schon 100.000de vor dir einen Vipassana-Kurs gemacht und jeder Helfer will nur dein bestes und jede Regel ist zu deinem besten. Lass dich ein.

10.) Schau dir S.N. Goenka auf Englisch an

Jeden Abend gibt es einen Vortrag, welcher den Tag abschließt und das erlebte bespricht. Du kannst diesen Vortrag entweder in Englisch oder als Übersetzung in deiner Muttersprache hören.

Meine klare Empfehlung hier lautet: wenn dein Englisch einigermaßen ok ist schau dir S.N. Goenka auf Englisch an. Guruji Goenka strahlt so viel Wärme aus, erzählt mit so viel Leidenschaft und Witz dass es schade ist, das alles in der Übersetzung zu verlieren.

Und auch wenn die Vorträge von S.N. Goenka mittlerweile leider auf Youtube zu finden sind – schau sie dir nicht vor dem Kurs an, denn ohne die Erfahrung, die du am jeweiligen Tag machst sind sie sinnlos und werden dich in deiner Erfahrung eher behindern als fördern (siehe auch Punkt 11).

11.) Spende so viel DU willst

Vipassana-Kurse sind grundsätzlich kostenlos, du darfst aber wenn du willst nach dem Kurs spenden. Diese Spende ist absolut freiwillig und ohne Zwang, wenn du nicht willst, musst du nichts geben und du darfst so viel geben, wie du willst.

Ich werde immer wieder gefragt, wie viel denn angemessen ist. Die Frage kann ich dir aber leider nicht beantworten, die musst du für dich beantworten. Du bist vielleicht gerade arbeitslos und drehst jeden Cent um? Dann gib so viel du gehen kannst, ohne dass es dich am Monatsende umdreht – das wäre nicht im Sinne von Vipassana. Du bist erfolgreicher Banker und hast gerade deinen Bonus bekommen? Hier hast du die Gelegenheit anderen die Erfahrung der Meditation zu ermöglich.

Wenn du dir noch immer unsicher bist – üblicherweise hängt am 10. Tag irgendwo eine Statistik mit den Gesamtkosten des Kurses aus, die sollte dir einen Anhaltspunkt geben…

12.) Nimm dir den Tag nach dem Kurs auch noch frei

So wie du dich schon vor dem Kurs einbremsen solltest, so ist es auch ratsam dir den Tag nach dem Kurs noch freizunehmen. Du wirst am Vormittag des 11. Tages den Kursort verlassen, die Welt wird dir anders und fremd erscheinen und du wirst sehr froh sein, wenn du noch einen zusätzliche Tag Buffer hast um dich an das, was wir Alltag nur Normalität nennen, zu gewöhnen.

Die wahre Herausforderung von Vipassana liegt nämlich nicht unbedingt an den 10 Tagen (die, nicht falsch verstehen, auch sehr herausfordernd und anstrengend sind), sondern in der Zeit danach.

13.) Zu guter Letzt: lies nicht zu viel über Vipassana

Im heutigen Informationszeitalter wollen wir alles wissen – und hoffen dadurch unsere Angst vor dem Ungewissen in den Griff zu bekommen. Für Vipassana gebe ich dir aber den Tipp mit dich nicht zu viel damit zu beschäftigen und zu viel darüber zu lesen, sondern dich einfach darauf einzulassen und es zu tun.

Meditation ist wie schwimmen – du kannst 100te Bücher und Blogs über Schwimmen, Schwimmstile und Olympia-Sieger im Schwimmen (Vorbilder!) lesen, wirst es nachher aber auch nicht können. Um schwimmen zu lernen musst du dich nass machen – das selbe trifft auch auf die Meditation zu.

Ich kann dir die folgenden beiden Bücher empfehlen, aber das ist dann schon alles, was du vorab über Vipassana lesen solltest:

Die Kunst des Lebens - Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka - William Hart

Die Kunst des Lebens: Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka

von William Hart

Dieses Buch beschreibt die Theorie hinter der Vipassana-Meditation, wie sie von S.N. Goenka gelehrt wird. Es geht ohne Umschweife sehr in die Tiefe und beschreibt warum Vipassana funktioniert und so effektiv ist – es wird dir auch helfen, die täglichen Vorträge im Kurs besser zu verstehen.

Triffst du Buddha, töte ihn! - Andreas Altmann

Triffst du Buddha, töte ihn!

von Andreas Altmann

Andreas Altmann beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen mit Indien und mit Vipassana-Meditation. Dies ist nicht nur für Indien-Reisende sehr lesenswert sondern es beschreibt auch den täglichen Ablauf des Kurses sowie die Gedanken die kommen könnten. Unterhaltsam, mit wahrem Kern und daher ein guter Ausgleich zur Theorie von William Hart.


Toi toi toi

Zum Abschluss bleibt mir nur dir von ganzem Herzen alles alles Gute zu wünschen. Es werden anstrengende aber auch spannende und interessante 10 Tage für dich werden… und ich hoffe mit den Tipps aus diesem Artikel fällt es dir ein wenig leichter dich auf Vipassana einzulassen.

Wenn du ein „alter Schüler“ bist – welche Tipps würdest du neuen Schülern mitgeben? Und als neuer Schüler – welche Fragen hast du sonst noch? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Toi Toi Toi!
Michael

PS: falls du mehr über Vipassana lernen willst, kann ich dir diese Artikel empfehlen: Lerne dich kennen – in 10 Tagen Vipassana-Meditation.

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15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. hi,

    hab deinen beitrag in einem anderen blog gesehen.
    und du schreibst ja hier von, lese nicht allzu viel über vipassana und ich mache gerade genau das gegenteil und versuche einfach alles darüber zu erfahren und erfahrungserlebnisse von anderen teilnehmern nur so in mich aufzusaugen.

    vielleicht hast du recht und ich sollte damit aufhören und unvoreingenommen da hingehen.
    danke für deine informationen :)

    mfg daidi

    Antworten

    • Hallo Daidi,
      gerade im Vipassana ist die Erfahrung von jedem Teilnehmer individuell und sehr verschiedenen. Darüber lesen hilft dir also nur bedingt.
      Tun musst du es sowieso selbst und wirklich vorbereiten kannst du dich auch nicht darauf, schon gar nicht indem du viele andere Meinungen darüber liest….
      Genau darum geht es – deine eigenen Erfahrungen zu machen (daher auch das schweigen während dem Kurs!)
      Ich wünsche dir viel Spaß und spannende Erkenntnisse!
      Michael

  2. Vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Ich habe mich gestern zu einem Kurs angemeldet und warte nun auf die Bestätigung. Ich hoffe, dass ich angenommen werde. Bin schon ziemlich aufgeregt :-)

    Antworten

    • Hallo Kathi,
      es freut mich, dass du dich entschieden hast an einem Kurs teilzunehmen! Wenn er noch keine (lange) Warteliste hat, dann sollte der Beschäftigung mit dir selbst eigentlich nichts mehr im Wege stehen… jetzt schon viel Spaß!
      Michael

  3. Hallo Michael, ich habe am Anfang der Woche Bescheid bekommen, dass jemand abgesprungen ist und ich den Platz bekommen habe ;-) Im August geht es los. Die Aufregung steigt….

    Antworten

    • Hallo Kathi,
      das freut mich für dich! Alles Gute im August :-)
      Michael

  4. Vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen. Sehr sehr hilfreich uns inspirierend zu lesen. Ich selbst gehe jetzt im November für 2 Monate nach Indien und werde dort auch 10 Tage Vipassana absolvieren. Den Tipp mit dem Tennisball habe ich mir gleich notiert :)

    Liebe Grüße,
    Marilena

    Antworten

    • Liebe Marilena, ich wünsche dir jetzt schon eine spannende und lehrreiche Reise – sowohl in Indien als auch im Vipassana! Würde mich freuen, wenn du ein paar Erfahrungen schreibst.

      Liebe Grüße,
      Michael

  5. Danke für die tollen Tipps! Für mich geht es auch bald nach Marrakesch

    Antworten

  6. Hallo Michael!
    Danke für die Tipps, an die Thermoskanne hätte ich nicht gedacht ;-) ich mache die Meditation im Oktober – kann es kaum erwarten!
    Ist es ratsam einen eigenen Polster/Meditierkissen zu bringen?
    LG,
    Konstanze

    Antworten

    • Hallo Konstanze,
      es gibt zwar prinzipiell Kissen, ich würde aber mein eigenes (und auch eine Decke) mitnehmen.

      Fast wäre ich Ende Oktober in Mariazell auch wieder dabei gewesen, geht sich aber leider doch nicht aus.

      Dir aber alles Gute und Toi Toi Toi :-)

  7. Hallo Michaell, Deine Erfahrungen mit Vipassana und Deine Tipps sind sehr bemerkenswert. Für mich geht es in 4 Wochen los und bin ganz aufgeregt. Bin seit Dezember sehr konsequent dabei zu üben, 1 Stunde morgens und 1 Stunde vom schlafen gehen. Die 11 Stunden am Tag werden sehr hart sein, aber ich möchte sehr diese Erfahrung machen. Ich werde meine Meditationshöcker mitnehmen. Schneider-Sitz ist für mich länger als eine halbe Stunde nicht durchführbar 😫. Vielen lieben Dank

    Antworten

    • Hallo! Danke für das Lob!
      Und Respekt, dass du jeden Tag 2h übst – das ist wirklich viel und das wird dir die 10 Tage etwas erleichtern.
      Toi Toi Toi!

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