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Quäl dich im Yoga, nur dann bringt es etwas!

„No pain, no gain!“ ist wohl eine der bekanntesten Aussagen, wenn es um Training geht. Gerade Fitness-Trainer benutzen diese Aussage oft, um dich zu motivieren, ein Stück weiter zu gehen.

Aber ist diese Aussage auch auf’s Yoga umzulegen? Darf Yoga schmerzen? Oder ist es im Yoga nicht das Ziel, komplett zu entspannen?

Ich lade dich ein auf eine Entdeckungsreise zu Prinzessinnen und Wikingern, eine Reise die dir auch einiges über dich selbst lernen wird…

Nur die Harten kommen durch!

Ich selbst habe meinen Einstieg ins Yoga über einen Umweg gemacht – und zwar habe ich lange Zeit Shaolin Kung Fu trainiert. Dieses Training war für mich die ideale Kombination aus einem harten Fitness-Training, gepaart mit der Theorie und Praxis des Buddhismus. Also etwas für Körper und Geist. Nicht nur einmal habe ich mir nach 2 Stunden Training gedacht, ich schaffe die Stiege zur U-Bahn nicht mehr…

Genau mit dieser Einstellung bin ich dann in meine ersten Yoga-Stunden gegangen – „More Chi!“ und „No pain, no gain“ waren meine Mantren. Mein Körper nur ein lasches Werkzeug am Weg zur Erleuchtung, der sich gefälligst zu verbiegen hat! Und wenn er nicht wollte, dann habe ich noch ein wenig nachgedrückt, Kraft hatte ich ja zu der Zeit genug.

Vielleicht geht es dir ja auch so – du willst im Yoga um jeden Preis ein Ziel erreichen. Im Ashtanga ist die 3. Serie dein Ziel, am besten noch in diesem Monat – das wird sich doch ausgehen, oder? Du siehst Yoga als Herausforderung und als Sport. Wenn es einmal schmerzt, dann bist du stolz darauf – denn nur durch den Schmerz ist Fortschritt spürbar.

Du bist ein Wikinger.

Yoga Wikinger

Und was wollen Wikinger immer erobern, würden es aber nie zugeben?

Die Prinzessinnen auf der Erbse

Es ist dir im Yoga vielleicht schon aufgefallen – es gibt da diese entspannten Wesen, die in den Yoga-Raum schweben und sich grazil auf ihrer Matte niederlassen. Während der Übungen scheinen sie die Matte kaum zu berühren und die Schwerkraft ist sowieso außer Kraft (müssen spezielle Yoga-Matten sein, oder?).

Das sind die Prinzessinnen. (Ach ja, heutzutage sagt man nicht mehr Prinzessin, sondern „yoga-vegan“ dazu :-) )

Die Prinzessin vermeidet Schmerz um jeden Preis – sollte etwas drücken oder nur im Ansatz unangenehm sein, wird sofort der Yoga-Lehrer gefragt, ob das denn eh ok ist. Und nach der Stunde sofort mit dem Arzt des Vertrauens abgeklärt, es könnte doch eine schwerwiegende Zerrung sein. Oder ein unaufgearbeitetes Thema aus der Kindheit, also sicherheitshalber schnell ab zum Psychologen.

Yoga Prinzessin

Bist du eine Prinzessin oder ein Wikinger?

Die beiden Beispiele sind natürlich überzeichnet, aber die spannende Frage ist – wer von diesen Yogis bist du? Eher die Prinzessin, die nie an ihre Grenzen geht, oder der Wikinger, der die Grenze aus Prinzip nur von der anderen Seite sieht?

Wenn du ehrlich zu dir bist, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass du ein wenig von beidem bist. Je nach Tagesverfassung, Stimmung und so weiter ist entweder der Wikinger stärker ausgeprägt oder auch die Prinzessin, und das ist auch ok so. Denn es kommt auf den Mittelweg an.

Die goldene Mitte

Wenn du konstant im Wikinger-Modus bist und beim Yoga (oder generell im Leben) ständig „auf Druck gehst“, es nie hoch genug sein kann, dann tust du dir nichts Gutes. Ja, du kommst eventuell im Yoga schnell voran – mit Kraft lassen sich viele Asanas erreichen.

Aber wenn dein Körper noch nicht bereit für die Yoga-Position ist, dann wirst du ihn schädigen. Vielleicht nicht in dieser Stunde, vielleicht nicht diese Woche, aber du wirst ihn schädigen.

Als Wikinger sollte es im Yoga dein Ziel sein zu entspannen, die Grenzen deines Körpers zu spüren und genau dort zu bleiben. Kurz vor der Grenze. Nicht schon einen Kilometer darüber.

Wenn du auf der anderen Seite als Prinzessin Angst vor Schmerzen hast und daher lieber im sicheren Hafen bleibst – dann wirst du langfristig im Yoga (und im Leben) nicht voran kommen.

Du solltest im Yoga an deine Grenzen gehen und mit ihnen „spielen“. Gerade im Yoga hast du die sichere Umgebung, um mit deinen (körperlichen und geistigen) Grenzen zu spielen. Es kann nichts passieren (außer dass du weiter kommst)!

Yoga Grenzen

Auch körperlich unterscheiden sich Wikinger von Prinzessinnen

Aber nicht nur von der geistigen Einstellung zum Yoga unterscheiden sich Wikinger von Prinzessinnen, auch körperlich gibt es Unterschiede.

Du bist vielleicht wie ein Wikinger gebaut – groß, muskulös, ein Fels in der Brandung. Und im Yoga steif wie ein Brett. Sorry, dass ich das jetzt sage, aber aus dir wird nie eine Prinzessin werden. Yoga kann zwar viel, aber das nicht.
Du wirst dir durch Yoga (hoffentlich) ein paar gute Eigenschaften von der Prinzessin aneignen, wie Sanftheit, Ausgeglichenheit und ein wenig Flexibilität. Aber du wirst nie eine werden.

Oder du bist eine Prinzessin, das oben schon angesprochene feenhafte Wesen, welches aus Gummi ist und Yin-Yoga entspannend findet. Sorry, aber aus dir wird nie ein Türsteher werden. Du kannst durch Yoga an Kraft und Stabilität gewinnen und deine Erdung verbessern, aber Türsteher ist nicht drinnen. Im nächsten Leben dann. Vielleicht.

In beiden Fällen geht es aber darum, dass du die weniger stark ausgeprägte Seite an dir kultivierst und auch pflegst. Um ein wenig mehr in die Mitte zur rücken, und dadurch entspannter zu werden. Weil in den extremen Randzonen ist es meist ungemütlich und einseitig, richtig entspannt ist das Leben erst, wenn alles im Gleichgewicht ist.

Eine Aufgabe für die nächste Yoga-Stunde

Wenn du das nächste Mal in eine Yoga-Stunde gehst, dann schau dir genau an wo und wann du eher ein Wikinger bist, und wo eine Prinzessin. Keine Angst, du musst es niemandem sagen. Es geht nur darum, deine eigene Wahrnehmung zu schärfen.

Um dann, wenn du ein Wikinger bist, ein wenig sanfter und einfühlsamer mit dir selbst umzugehen.

Oder wenn du dich dabei ertappst, wie du dich wie eine Prinzessin vor dem Asana drückst, dich zu fragen warum du das machst. Und dann ein klein wenig näher an die Grenze zu gehen.

Genau das ist nämlich Yoga, das arbeiten an dir selbst. Und nicht irgendwelche lustigen Verrenkungen.

Schau auf dich!

Michael

PS: hast du noch ein paar Tipps? In welchen Asanas bist du eine Prinzessin und wo übertreibst du es gerne? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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