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Schaust du auf’s Handy, oder lebst du schon?

Beim Adele-Konzert in Zürich ist es mir wieder so richtig aufgefallen, wie das Handy unsere Welt verändert. Der Saal wird dunkel, die Musik beginnt, bald muss „sie“ erscheinen, und wirklich, dort drüben, in der Mitte des Saales, erscheint Adele. Nur leider sehe ich (mit über 190cm Körpergröße!) nichts, weil vor mir wie wild fotografiert und gefilmt wird – ich sehe nur Hände mit Handies und Adele maximal über einen Bildschirm, da hätte ich sie mir doch gleich auf Youtube ansehen können.

Bist du im Hier&Jetzt oder in der virtuellen Welt?

Nachdem ich dann auch ein Foto gemacht habe, fragte ich mich, warum denn eigentlich? Um den Freunden, die nicht dabei sind, live schicken zu können „schaut mal, wo ich bin!“? Oder um Videos in fragwürdiger Qualität auf Youtube hochzuladen?

Anstatt also im Hier&Jetzt, bei einer großartigen Künstlerin in einem stimmungsvollen Stadion zu sein, überlege ich mir wie ich an ein möglichst gutes Foto für Instagram komme? Was meine Freunde wohl darüber sagen, ob sie es liken? Oder was ich darüber in meinem Blog schreibe?

Adele in Zürich - Hello

Zum Glück hat sich das mit den Handies mit der Zeit gelegt (ich vermute, weil die Oberarme der meisten nicht trainiert genug sind, um so lange ein Handy in der Luft zu halten ;-) ), die Frage nach der sozialen Veränderung durch Handies blieb aber.

Wie viel Zeit verbringst du mit dem Handy?

Am Abend ist das letzte der Blick auf’s Handy (und dann wunderst du dich, warum du nicht so gut schlafen kannst), in der Früh sofort der Blick, ob nicht in einer anderen Zeitzone etwas Spannendes passiert ist.

Unter Tags greifst du aus Gewohnheit zum Handy, einfach nur um zu schauen, ob etwas passiert ist? Schau dir einmal einen Tag lang bewusst an, wann und wie oft du zum Handy greifst – es ist erschreckend, wie „dabei“ dieses elektronische Fenster zur Welt ist.

Was du dabei übersiehst, DAS ist die Realität. So wie sie gerade jetzt, hier, passiert. Du flüchtest in eine virtuelle Welt, bestehend aus Instagram, Facebook und Snapchat, wo sogenannte Freunde ihr schönes Leben zeigen. Das Problem dabei? Sie zeigen meist nur ihre schönen Seiten.

Probleme mit der virtuellen Welt

Das führt zu einigen Problemen – zum einen fühlst du dich schlechter, weil alle anderen ja so viel Spaß und Freude haben (und gerade auf einem ur-leiwanden Konzert sind #adele #fun!), nur du sitzt alleine zu Hause und lenkst dich mit dem Handy von deinen Gefühlen ab.

Zum anderen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Körperhaltung beim „aufs-Handy-schauen“ depressiv macht – eingefallener Kopf, nach vorne sinkende Schultern – das ist keine Körperposition, die zum Leben „JA!“ sagt.

Es gibt mittlerweile auch ein KrankheitsbildNomophobie – welche die Angst beschreibt, dass man Offline ist, der Akku ausgeht, nicht erreichbar weil kein Netz verfügbar. Wenn dir eine Akkustandsanzeige von 7% also den Schweiß auf die Stirn treibt, dann ist es Zeit zu handeln.

Sozial gesehen ist das Mobiltelefon auch mehr als fraglich, oder was denkst du dir, wenn du dir das folgende Video ansiehst?

Was du tun kannst, um mehr im Jetzt zu sein

Ein kompletter Verzicht auf das Mobiltelefon ist utopisch und auch nicht wirklich praktisch – denn es hat ja auch viele Vorteile, so ein Handy. Aber frage dich einmal, ob du wirklich ständig erreichbar sein musst? Und ständig nachsehen, ob etwas neues passiert ist bei deinen virtuellen Freunden?

Mir ist aufgefallen, dass es oft einfach Langeweile ist, die mich zum Handy greifen lässt – an der U-Bahn-Station, im Meeting, im Kaffeehaus mit Freunden. Dabei ist das Leben doch so spannend – ich kann es beobachten, mich beobachten, jederzeit meditieren. Und staunend feststellen, was das Leben für ein Wunder ist.

Ein anderer Trick, den ich erfolgreich anwende, ist es die meisten Benachrichtigungen abzudrehen. Facebook-Posts, WhatsApp-Gruppen-Nachrichten und so weiter müssen das Handy nicht zum vibrieren und klingeln bringen. Du bist Herr/Frau deiner Zeit und bestimmst, wann DU Nachrichten lesen willst. Und nicht die Masse der anderen bestimmen wann es bei dir klingelt und du auf das Display schaust.

Was sich auch als sehr effektiv erweist ist es Gespräche einfach mitten im Satz zu beenden und zu warten, wenn der Gesprächspartner aus Gewohnheit und ohne es zu merken zum Handy greift. Ich habe damit schon ein paar Leute gut erziehen können, dass es einfach unhöflich ist mitten im Gespräch ständig auf das Handy zu schauen. Setzt natürlich voraus, dass du es nicht selbst machst ;-)

Auf geht’s!

Ich möchte dich motivieren, folgendes auszuprobieren und dir dadurch deine Lebenszeit wieder in die Realität zurück zu holen:

  1. schalte die meisten Benachrichtigungen am Handy aus, damit es nur mehr bei Anrufen und SMS lärmt und vibriert
  2. verzichte unter Tags bewusst auf das Handy, auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Zum Beispiel bei der Busfahrt, beim Frühstück oder (ganz schwer!) den ganzen Abend
  3. konzentriere dich auf deine realen, echten Gesprächspartner, auf den, der dir gegenüber sitzt und dir das wichtigste schenkt, das er hat – seine Zeit
  4. der schwierigste Punkt – beobachte, wann du zum Handy greifst, welches Gefühl du damit eventuell übergehst, warum du in die virtuelle Realität flüchtest

Du wirst dadurch ziemlich schnell erkennen, dass es mehr gibt als nur die virtuelle Welt…

Falls du weitere Tipps hast freue ich mich auf deinen Kommentar!

Schau auf dich (und nicht auf’s Display),

Michael

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