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Wie du Fortschritte in der Meditation erkennst

Moment! Geht es in der Meditation nicht darum, sich nicht (oder weniger) zu vergleichen? Das Leben gelassener zu nehmen?

Warum dann ein Artikel über „Fortschritt in der Meditation“? Nun ja, wenn du noch nicht erleuchtet bist, dann fragst du dich sicher auch ab und zu, ob denn das Meditieren irgendetwas bringt… dieser Artikel liefert dir ein paar Antworten dazu.

Meditation ist langweilig…

… hat schon Brad Warner im sehr lässigen Buch „Hardcore Zen“ gesagt. Und ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen – es sieht sehr einfach aus, sich auf ein Kissen zu setzen und die Augen zu schließen, aber es ist anstrengend, langweilig und auch immer wieder mühsam. Und der Fortschritt ist meist nicht erkennbar.

Na das sind ja nicht gerade die Gründe, warum du mit dem Meditieren anfangen solltest – aber ich kann dir trotzdem aus vollem Herzen sagen, dass es sich auszahlt regelmäßig zu meditieren und einen Meditations-Kurs zu besuchen.

Denn auch wenn sich die Erfolge nur langsam einstellen, so sind es doch Erfolge, die eine große Auswirkung auf dein Leben haben werden.

Also, wie erkennst du nun, dass du in der Meditation Fortschritte machst?

1. Du kämpfst nicht mehr mit der Müdigkeit

Gerade Anfangs ist die Müdigkeit dein größter Feind… die Augen sind zu, der Kopf sinkt nach vorne, du möchtest zurück ins Bett… falls du es überhaupt heraus auf das Sitzkissen geschafft hast.

Mit der Zeit gewöhnen sich aber Körper und Geist daran, regelmäßig zu sitzen. Du kommst schneller in die „Zone“, wo es um dich, deinen Körper und deine Meditation geht.

Besonders wenn du täglich zur selben Zeit meditierst wirst du feststellen, dass dein Körper auch im „Meditationsmodus“ ist, wenn du einmal nicht meditierst… du liegst dann halbwach im Bett und dein Geist meditiert trotzdem ;-)

2. Du kannst deine Zeit (relativ) schmerzfrei sitzen

Der zweite große Feind sind diese verdammten Schmerzen im Knie. Oder im Rücken. Oder sonst wo… mit der Zeit (und eventuell ein wenig Yin-Yoga) wird sich aber dein Körper an das neue Belastungsmuster gewöhnen.

Denn im Alltag sitzt du ja üblicherweise nicht auf einem Sitzkissen am Boden – und das möglichst bewegungslos.

Aber irgendwann kannst du ohne Probleme deine übliche Meditationszeit ruhig sitzen und dich auf deinen Geist konzentrieren – und nicht auf den Körper. Denn wahre Meditation fängt dann an, wenn der Körper aufhört zu schreien.

3. Du bist während der Meditation weniger leicht abgelenkt

Wenn dich schon nicht der Körper ablenkt, dann tut es vielleicht die Straßenbahn vor dem Haus. Oder das Vogelgezwitscher. Die Uhr tickt auch besonders laut. Und die Nachbarn haben gerade Sex, ganz sicher, das hört sich so an…

Nach einiger Zeit wirst du dich besser auf dich selbst, auf deine Atmung und deinen Körper konzentrieren können. Du bist mehr bei dir, du hast einen klaren Fokus und lässt dich nicht so leicht ablenken.

Was mir hier geholfen hat, war das 10-Tage-Vipassana-Retreat. Dort sitzen 140 Leute in einem Raum und meditieren, und glaub mir, das ist alles nur nicht leise. Denn einer muss sich immer schneuzen, seine Position ändern oder sonst irgendwie Lärm machen… danach war es mir egal, ob jemand durch den Raum geht oder nicht.

4. Du reagierst im Alltag gelassener

Auch wenn es dir nicht sofort auffällt, du wirst im Alltag gelassener reagieren. Also schau genau hin.

Ich habe das bemerkt, als ich Freitag abends einen Brief vom Finanzamt erhalten habe – und sie haben mir nicht zum Geburtstag gratuliert, sondern wollten eine saftige Nachzahlung. Früher einmal hätte mich so ein Thema das ganze Wochenende geistig beschäftigt – „was wollen die“ – „wo bekomme ich das Geld her“ – „das ist nicht fair“… und so weiter.

In diesem Fall – gesehen, erkannt ich kann am Wochenende eh nichts tun und beim Finanzamt anrufen – und den Fall geistig bis Montag zu den Akten gelegt. Das hätte früher nicht funktioniert, da wäre das ganze Wochenende verhaut gewesen.

Auch wenn der Körper doch einmal schmerzt oder die Meditation „nicht klappt“ (wie auch immer du das definierst), reagierst du gelassen auf diese Situation. Wie eben auch im Alltag.

5. Du bekommst Feedback, dass du Ruhe ausstrahlst

Nach einiger Zeit der ruhigen Meditation werden auch Menschen aus deinem Umfeld bemerken, dass du Ruhe und Gelassenheit ausstrahlst. Sie werden es dich wissen lassen und eventuell auch unbewusst deine Nähe suchen.

Denn gerade in der schneller-höher-weiter-Welt von heute brauchen wir diese Ruhepole, um uns zu entspannen und nicht auszubrennen.

6. Du multitaskst weniger

Du wirst feststellen, dass du dich besser und mehr auf eine Aufgabe konzentrieren kannst, ohne dich ablenken zu lassen. Dadurch wirst du die Aufgaben schneller und mit besserer Qualität erledigen. Und sei die „Aufgabe“ nur ein Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin. Du bist da und nicht geistig auf Facebook oder bei der Steuererklärung. Oder gar physisch indem du ständig auf das Handy guckst.

Genau das wissen die Leute zu schätzen, dass du Ruhe ausstrahlst und bei ihnen bist.

7. Du hast Meditation in den Alltag integriert

Wenn du regelmäßig meditierst wirst du feststellen, dass dir etwas fehlt, wenn du nicht dazu kommst. Bei mir ist das zum Beispiel am Wochenende der Fall – da ist ein anderer Tagesablauf, ein anderer Rhythmus. Und auch das Gefühl, etwas fehlt – was dann aber oft im Laufe des Tages nachgeholt wird.

Ein Fortschritt ist auch erkennbar, wenn du die Meditation (fast) unverrückbar in den Alltag integriert hast. Es einfach tust, ohne groß darüber nachzudenken…. der Wecker klingelt, es ist noch viel zu früh? Bevor das Hirn Einspruch erheben kann sind die Beine schon am Weg zum Kissen…

Und zu guter letzt kommst du auch im Alltag immer öfter in den Meditations-Flow. Das Meeting ist wieder einmal sinnlos und langweilig? Kein Problem, auch mit offenen Augen meditieren geht. Die nächste Straßenbahn kommt erst in 10 Minuten? Doch kein Problem, und wer braucht ein Handy um sich damit abzulenken?

Meditation ist still…

… und ruhig. Und auch der „Erfolg“ kommt schleichend und leise. Du musst nicht darüber reden, du spürst es.

Und falls es doch einmal langweilig ist, der Rücken schmerz, der Geist irgendwo herumläuft und du nicht weißt, ob das ganze Meditieren einen Sinn macht – besinne dich auf diese Liste, sieh es gelassen und freue dich, dass du ein paar Minuten Stille am Tag hast.

Woran erkennst du einen Fortschritt in der Meditation? Gibt es diesen überhaupt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Schau auf dich!
Michael

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